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Lötkolben statt Langeweile, Programmieren statt Berührungsängste: Neun Mädchen entdeckten beim ersten MINT-Camp speziell für Mädchen von Faszination Technik spielerisch die Welt der Technik. Dabei wurde getüftelt, experimentiert und gemeinsam Neues geschaffen.
Neun Mädchen, fünf Tage voller Entdeckungen und unzählige kreative Ideen: Beim ersten MINT-Camp für Mädchen der Initiative Faszination Technik verwandelte sich die Welt der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – kurze MINT – in einen grossen Experimentierplatz. Vom 12. bis 16. Oktober konnten die Teilnehmerinnen selbst Hand anlegen, Neues ausprobieren und ihre Begeisterung für technische Themen entdecken.
Statt nur zuzuschauen, hiess es: ausprobieren, tüfteln und eigene Ideen verwirklichen. Mit Lötkolben und viel Geschick bauten die Mädchen ihre eigene Solarlaterne. Beim Programmieren mit dem Micro:bit lernten sie, wie sich kleine Computer zum Leben erwecken lassen. Auch der 3D-Druck öffnete ihnen neue Türen: Aus digitalen Entwürfen entstanden greifbare Objekte. Dabei waren nicht nur technisches Verständnis, sondern ebenso Fantasie, Geduld und kreative Lösungswege gefragt. Die Mädchen gingen mit Neugier ans Werk, stellten Fragen und bewiesen, dass Technik alles andere als trocken sein muss.
Mindestens so wertvoll wie die praktischen Erfahrungen war das Miteinander. Unter den Teilnehmerinnen entstand rasch eine lebendige Gemeinschaft. Sie tauschten Ideen aus, halfen einander bei kniffligen Aufgaben und merkten, dass sie viele Interessen teilen. Dass dabei auch neue Freundschaften entstehen konnten, brachte eine Teilnehmerin auf den Punkt: «Ich konnte viele coole Mädchen kennenlernen.» Für zusätzliche Abwechslung sorgten besondere Einblicke ausserhalb des Camp-Alltags. Beim gemeinsamen Ausflug ins Technorama wurde die Welt der Wissenschaft auf vielfältige Weise erlebbar. Zudem begleitete ein SRF-Team die Mädchen und hielt ihre Begeisterung für Technik mit der Kamera fest.
Dass das MINT-Camp für die Teilnehmerinnen kostenlos angeboten werden konnte, ist auch der Unterstützung des Swisslos-Fonds zu verdanken. Diese ermöglicht es Faszination Technik, Angebote niederschwellig und zu günstigen Konditionen bereitzustellen. Das erste MINT-Camp für Mädchen macht deutlich, wie wertvoll gezielte Förderangebote sind. Sie eröffnen jungen Menschen neue Perspektiven, bauen Berührungsängste ab und zeigen, dass technische Berufe spannende Möglichkeiten bieten – unabhängig vom Geschlecht. Wer selbst programmiert, konstruiert oder ein eigenes Werkstück erschafft, erlebt unmittelbar, was in den eigenen Fähigkeiten steckt. Solche Erfolgserlebnisse stärken das Selbstvertrauen und können den Grundstein für ein langfristiges Interesse an technischen Themen legen.
Das Projekt Faszination Technik wurde im Jahre 2011 von der Zuger Wirtschaftskammer gegründet und wird seit 2013 durch bildxzug als Trägerschaft getragen. Ziel des Faszination Technik-Projektes ist, junge Menschen für Themen der MINT-Berufe zu begeistern und damit einen bedeutenden Beitrag gegen den Fachkräftemangel zu leisten. Mit praxisnahen Workshops wird der Einblick in naturwissenschaftliche und technische Berufsfelder ermöglicht. Seit 2021 werden die Workshops in einem ausgemusterten Linienbus, dem Technik-Mobil angeboten. Das Mobil ist seither auf verschiedenen Schulhausplätzen im Kanton Zug und in angrenzenden Kantonen unterwegs.
Uwe Guntern
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