Cham pusht Rudertalente
Zwei junge Ruderer aus Cham bekommen Schub für ihre sportliche Zukunft
Vom Spitzensport in die persönliche Entwicklung: Als Nationaltrainer prägte Patrick Fischer das Schweizer Eishockey über Jahre. Heute bringt er seine Erfahrungen bei Team Fischer ein. Im Zentrum stehen mentale Stärke, Vertrauen und die Frage, wie Menschen ihre eigenen Fähigkeiten bewusster nutzen können.
Patrick Fischer hat gemeinsam mit seinem Bruder Marco Fischer, Stefan Schwitter, Benoît Pont und Alain Steim das Team Fischer gegründet. Die Fünf bringen unterschiedliche Erfahrungen aus Spitzensport, Führung und Coaching mit. Gemeinsam wollen sie Erkenntnisse aus diesen Bereichen Menschen zugänglich machen, die sich persönlich weiterentwickeln möchten. Patrick Fischer selbst blickt auf eine lange Karriere als Spieler und Trainer zurück, davon 10 Jahre in als Nationaltrainer. Besonders die mentale Seite des Sports beschäftigt ihn bis heute. Als klassischen Lebenscoach versteht sich Patrick Fischer dabei nicht unbedingt. Vielmehr möchte er Menschen begleiten, ihnen neue Perspektiven eröffnen und Denkanstösse geben. Erfahrungen aus seiner eigenen Laufbahn sollen dabei helfen, vertraute Muster zu hinterfragen und neue Wege zu entdecken. Entscheidend sei, sich selbst besser kennenzulernen, einen Fokus zu entwickeln und Vertrauen in sich und das Leben zu gewinnen. Was sich im Spitzensport bewährt hat, möchte er heute auch ausserhalb des Eishockeys zugänglich machen und damit den breiten Fächer für alle öffnen.
Der Alltag ist geprägt von äusseren Einflüssen. Berufliche Anforderungen und persönliche Verpflichtungen beanspruchen Aufmerksamkeit und Energie. Patrick Fischer plädiert deshalb dafür, den Blick nicht ausschliesslich nach aussen zu richten, sondern sich mit den eigenen Gedanken und Bedürfnissen sorgsam auseinanderzusetzen. Das bedeutet mitunter, die eigene Komfortzone zu verlassen. Gerade Situationen, die Unsicherheit oder Angst auslösen, können nach seiner Auffassung Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung eröffnen. Fischer erzählt in diesem Zusammenhang von einer Begegnung mit indigenen Menschen in Südamerika, bei denen Angst als eine Art Wegweiser verstanden werde. Wer sich einer Herausforderung stelle und sie bewältige, könne daraus Selbstvertrauen gewinnen. Dieses wiederum könne helfen, auch spätere Schwierigkeiten im Alltag besser zu bewältigen. Die Auseinandersetzung mit sich selbst braucht allerdings Zeit. Es gilt herauszufinden, was einem wichtig ist und welche Tätigkeiten sich sinnvoll anfühlen. Für Patrick Fischer ist die Arbeit mit Team Fischer auch eine Möglichkeit, dieser Frage nachzugehen und seine Erfahrungen in eine neue Aufgabe einzubringen. Eine Rolle spielt dabei das persönliche Umfeld. Kommunikation könne dazu beitragen, Menschen zu stärken und eine positive Grundhaltung zu fördern. Fischer veranschaulicht dies mit einer einfachen Frage, die er seinen Kindern am Morgen stellt: «Auf was freut ihr euch heute?» Der Blick auf etwas Erfreuliches könne den Start in den Tag beeinflussen – sei es in der Schule, bei der Arbeit oder im Zusammenspiel mit anderen im Team.
Für Patrick Fischer beginnt mentale Stärke nicht allein beim Einzelnen. Sie hängt auch davon ab, wie Menschen miteinander umgehen und welche Kultur sie gemeinsam schaffen. Ob in einem Sportteam, einem Unternehmen oder einer Familie: Vertrauen entsteht seiner Ansicht nach dort, wo Menschen ihre Meinung einbringen dürfen und sich ernst genommen fühlen. Während seiner Zeit als Nationaltrainer war ihm wichtig, dass sich alle als Teil des Teams verstanden – vom Spieler über das medizinische Personal bis zum Trainerstab. Auch wenn er als Nationaltrainer letztlich die Entscheidungen treffen musste, sollten alle mitdenken und ihre Sichtweise einbringen können. Wer spüre, dass die eigene Meinung willkommen sei und man sich gegenseitig unterstützt, könne sich mit der Zeit öffnen. Daraus entstehe eine engere Bindung, durch die Vertrauen wachsen könne. Eine zentrale Rolle spielt für Patrick Fischer dabei die Wertschätzung. In der Schweiz werde vieles als selbstverständlich betrachtet, auch wenn Menschen täglich Verantwortung übernähmen und gute Arbeit leisteten. Gerade deshalb sei es wichtig, Leistungen bewusst anzuerkennen. Wertschätzung stärke nicht nur den Einzelnen, sondern auch das Miteinander. Ebenso entscheidend sei eine klare Kommunikation: Menschen wollen verstehen, weshalb etwas von ihnen erwartet werde und welchen Sinn ihre Aufgabe habe. Diese Gedanken prägten auch Patrick Fischers Arbeit mit dem Nationalteam. Gemeinsam musste das Team herausfinden, was einen Schweizer Eishockeyspieler auszeichnet. Während die Spielweise anderer Nationen bereits mit bestimmten Eigenschaften verbunden wurde, galt es für die Schweiz, ein eigenes Profil zu entwickeln. Fischer beschreibt das Schweizer Team als teamorientiert, pflichtbewusst, taktisch flexibel und bereit, hart zu arbeiten. Die gemeinsame Identität gab den Spielern eine Orientierung und stärkte den Gedanken, dass das Team als Ganzes mehr ist als die Summe seiner Einzelnen. Für Patrick Fischer zeigt sich darin, wie eng mentale Stärke und Zusammenarbeit miteinander verbunden sind. Vertrauen, Verantwortung und Anerkennung sind für ihn keine abstrakten Begriffe, sondern beeinflussen den täglichen Umgang miteinander. Eine solche Kultur entsteht nicht von selbst: Sie entwickelt sich durch Kommunikation, gegenseitigen Respekt und die Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.
Im Laufe des Lebens übernehmen Menschen unterschiedliche Rollen – als Führungskraft, Elternteil, Partner, Partnerin oder Teammitglied. Auch Patrick Fischer hat während seiner Trainerkarriere unterschiedliche Rollen ausgefüllt und dabei seinen eigenen Weg gefunden, diese zu gestalten. Für ihn gehört dazu, sich immer wieder zu hinterfragen und aus Erfahrungen zu lernen. Wichtig sei, sich dabei nicht ausschliesslich über die berufliche Funktion oder die erreichten Erfolge zu definieren. Die eigene Persönlichkeit entwickle sich weiter und mit ihr veränderten sich auch die Perspektiven und Prioritäten. Patrick Fischer betont deshalb, wie wichtig es sei, auf die eigene Intuition zu hören, offen für Neues zu bleiben und sich persönlich weiterzuentwickeln. Dazu gehöre auch, die eigenen Entscheidungen zu reflektieren und aus ihnen Erkenntnisse für die Zukunft zu gewinnen. Mit dem Team Fischer widmet sich Patrick Fischer nun einer Aufgabe ausserhalb des professionellen Eishockeys. Seine Erfahrungen aus dem Sport bilden dabei den Ausgangspunkt, doch im Zentrum steht heute der einzelne Mensch mit seinen Herausforderungen und Möglichkeiten. Die Angebote von Team Fischer – von Tagesseminaren wie TimeOut über die mehrtägigen Power Days bis zur digitalen Begleitung mit Impuls – setzen an unterschiedlichen Punkten der persönlichen Entwicklung an. Die zentrale Frage bleibt dabei, wie Menschen mit Druck umgehen, Vertrauen entwickeln und ihren eigenen Weg finden können. Patrick Fischer möchte dazu Perspektiven und Werkzeuge vermitteln, um die mentalen Handbremsen zu lösen.
Michael Schwegler
Weitere Eindrücke zum Team Fischer gibt es unter:
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