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Feuerwehr Hünenberg mit Jahresrapport und Rückblick
Im OYM und auf dem Eis trainieren sie hart. Die Eislauf Akademie Zug ermöglicht den jungen Talenten aus der Region eine Perspektive.
Im Interview gibt Fernanda Sayavedra Einblick in die Entstehung der Akademie, ihre Ziele und die Zukunft des Eiskunstlaufs in Zug. Sie ist Teil des Vorstandes und gehört zu den Eltern, die die Eislauf Akademie Zug (ELAZ) mitgegründet haben.
Wie kam es zur Gründung der Eislauf Akademie Zug?
Die ELAZ wurde im Jahr 2024 gegründet, als mehrere Familien in Zug nach Möglichkeiten suchten, weiterhin lokal mit dem Trainerteam rund um Christina Eicher zu trainieren – einer Zugerin mit über 30 Jahren Trainererfahrung auf nationaler und internationaler Wettkampfebene. Zu diesem Zeitpunkt gab es kein vergleichbares lokales Angebot, und viele Kinder reisten mehrmals pro Woche in Eishallen anderer Kantone, nur um weiterhin mit Eichers Team trainieren zu können. Um in Zug eine stabile und hochwertige Trainingsstruktur zu schaffen, schlossen sich engagierte Eltern zusammen und gründeten ELAZ, wo Christina Eicher ihre Arbeit nun als Head Coach fortsetzt. Im September 2025 wurde ELAZ offiziell von Swiss Ice Skating lizenziert. Im Kern bleibt es eine Gemeinschaftsinitiative – von Familien für Familien – mit dem Ziel, den Eiskunstlauf in Zug zugänglich zu halten und nachhaltig zu fördern.
Welche Vision und welche Ziele verfolgt die ELAZ?
Unsere Vision ist es, den Eiskunstlauf im Kanton Zug voranzutreiben, durch unsere ausgezeichnete Trainingsqualität und individuelle Förderung. Wir wollen eine inspirierende Umgebung schaffen, wo unsere Läuferinnen und Läufer sich wohl fühlen, Freude am Sport haben und über optimale Voraussetzungen verfügen, für ihre sportlichen Erfolge, ihre persönliche Weiterentwicklung und als Teil einer starken Gemeinschaft. Unser Ziel ist es, noch mehr Kinder für diesen anspruchsvollen und ästhetischen Sport begeistern können.
Was zeichnet die ELAZ im Vergleich zu anderen Eiskunstlaufvereinen besonders aus?
Was uns im Wesentlichen unterscheidet, ist unser Trainingsansatz und die hohe Qualität unseres Trainings. Wir arbeiten in kleinen Gruppen, sodass jede Athletin und jeder Athlet im Training genau das erhält, was er oder sie gerade braucht. So kann jede Läuferin und jeder Läufer im eigenen Tempo Fortschritte machen. Die Qualität unseres Trainings zeigt sich auch in den Wettkampfergebnissen. Unsere Läuferinnen und Läufer nehmen sowohl an Breitensport- als auch an nationalen Wettkämpfen teil. Wir blicken auf eine sehr erfolgreiche Wettkampfsaison zurück. Die ELAZ ist derzeit der einzige Verein, der den Kanton Zug an den Schweizer Meisterschaften in Zürich am 20. und 21. Februar vertritt. Zudem arbeiten wir in Partnerschaft mit dem OYM, ein Kompetenzzentrum für Spitzenathletik in Cham zusammen. Dank dieser Partnerschaft können ambitionierte Läuferinnen und Läufer an den Programmen des OYM teilnehmen, die wichtige Bausteine wie Athletik, Physiotherapie, Regeneration und Ernährung beinhalten.
Welche Rolle spielen die Trainerinnen innerhalb der Akademie?
Die Trainerinnen und Trainer spielen eine zentrale Rolle. Sie geben Orientierung, motivieren die Kinder und erstellen individuelle Trainingspläne, die auf den Zielen jedes einzelnen Läufers abgestimmt sind. Sie unterstützen die Athletinnen und Athleten nicht nur in ihrer sportlichen Entwicklung, sondern auch persönlich. Unsere Läuferinnen und Läufer sind meist jung. Da ist es sehr wichtig, dass die Trainerinnen und Trainer unterstützen, motivieren und das Selbstwertgefühl stärken. Manchmal braucht es auch etwas länger, um einen Sprung oder ein Element zu lernen, da braucht es Geduld, Einfühlvermögen und Motivation.
Wie fördert die ELAZ sowohl ambitionierte Wettkampfläuferinnen als auch den Breitensport?
Mit unserem Trainingsansatz in Kleingruppen erhält jedes Kind die benötigte Aufmerksamkeit. So entsteht ein Umfeld, in dem sich sowohl ambitionierte Athletinnen und Athleten als auch Freizeitsportler wohlfühlen und sich in ihrem eigenen Tempo weiterentwickeln können. Gleichzeitig erleichtert unsere Struktur fliessend Übergänge: Läuferinnen und Läufer, die mehr trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen möchten, können schrittweise in leistungsorientiertere Programme wechseln – und die Leidenschaft am Sport mit Gleichgesinnten in einem höchst kompetenten Umfeld ausleben.
Welche Bedeutung hat der Eiskunstlauf für die persönliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen?
Eiskunstlauf lehrt Disziplin, Durchhaltevermögen und Zeitmanagement, da Kinder und Jugendliche lernen, Schule und Training in Einklang zu bringen. Sie entwickeln Resilienz, indem sie lernen, sowohl mit Erfolgen als auch mit Rückschlägen umzugehen. Was motiviert sind auch die engen Freundschaften und die Zugehörigkeit, mit Gleichgesinnten zu trainieren, einander an Wettkämpfen zu unterstützen und anzufeuern. Da der Sport athletische Leistung mit künstlerischem Ausdruck kombiniert, fördert er Kreativität und Selbstvertrauen. Das Training in der Gruppe stärkt zudem Zusammenarbeit, Respekt und Verantwortungsbewusstsein — Fähigkeiten, die Kinder weit über das Eis hinausbegleiten.
Welche Herausforderungen bestehen aktuell für den Eiskunstlauf in Zug?
Eine der grössten Herausforderungen ist die begrenzte Eisverfügbarkeit in Zug. Der Eiskunstlauf muss sich das Eis mit anderen Sportarten sowie mit Vereinen aus anderen Kantonen teilen, was den lokalen Athletinnen und Athleten zu wenig konstante Trainingszeiten lässt. Eine zweite grosse Herausforderung sind die Kosten. Die Miete von Eis in Zug ist sehr teuer, und ein grosser Teil der Kosten wird von den Familien der Läuferinnen und Läufer getragen. Wir sind zusätzlich auf die Unterstützung durch Sponsoren, Subventionen durch Jugend und Sport, oder Beiträge von der Stadt oder dem Kanton Zug angewiesen.
Wie sieht die Zukunft der Eislauf Akademie Zug und des Eiskunstlaufs in Zug aus?
Die Eislauf Akademie möchte dazu beitragen, mehr Kindern und Jugendlichen in der Region die Möglichkeit zu geben, diesen Sport zu entdecken und sich darin weiterzuentwickeln. Mit unserem hochqualifizierten Team und in Zusammenarbeit mit OYM stärken wir den Eiskunstlauf in Zug und streben an, in den kommenden Jahren mit Läuferinnen und Läufer aus dem Kanton vermehrt an nationalen und internationalen Wettkämpfen vertreten zu sein.
Michael Schwegler
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